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Erste Hilfe

 
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Erste Hilfe von A bis Z

Erste-Hilfe-Maßnahmen werden nach den lebensrettenden Maßnahmen und dem Notruf durchgeführt. Die nächsten Seiten geben Ihnen einen Überblick über akute Notfälle und zeigen Ihnen, wie Sie helfen können.

 

 

Erste Hilfe bei Blutungen

 

Bedingt durch Verletzung und Erkrankungen können Blutgefäße verändert bzw. zerstört werden, so dass es zu einer lebensbedrohlichen Blutung nach außen bzw. auch nach innen kommen kann. Es ist allerdings nicht nur notwendig zu wissen, wie man Betroffenen mit schweren Blutungen helfen kann, sondern es ist ebenso wichtig, Vorsorgemaßnahmen für sich selbst ernst zu nehmen. Achten Sie deshalb darauf, dass Sie ausreichend vor Tetanus geschützt sind. Denn sollten Sie eine Verletzung erleiden, bei der es zu Blutungen kommt, können sonst erhebliche Infektionen entstehen.

 

Ursachen für Störungen 

  • Gewalteinwirkung am Blutgefäß.
  • Offener Knochenbruch.
  • Amputationsverletzung.
  • Aufplatzen einer Ausweitung am Blutgefäß (Krampfadern an den Beinen oder in der Speiseröhre).
  • Aufplatzen eines Tumors mit bedrohlicher Blutung (z. B. im Darm).
  • Einnahme Blut verdünnender Mittel (z. B. nach Herzinfarkt, Thrombosen oder Schlaganfall).

 

Symptome 

  • Sichtbare bedrohliche Blutung nach außen.
  • Starkes Anschwellen einer Extremität (z. B. Gefäßverletzung im Zusammenhang mit einem Knochenbruch, geschlossener Bruch).
  • Schneller und schwacher Puls.
  • Blässe.
  • Kalte Haut.
  • Unruhe.
  • Teilnahmslosigkeit.

 

Maßnahmen bei starken Blutungen 

  • Atmung überprüfen.
  • Betroffenen flach lagern.
  • Ggf. Schocklagerung (Beine leicht erhöht).
  • Verletzte Extremität hochlagern.
  • Tragen Sie Schutzhandschuhe, um Krankheiten vorzubeugen.
  • Die Wunde nicht berühren und keimfrei abdecken.
  • Wenden Sie keine Hausmittel.
  • Druckverband anlegen.
  • Notruf veranlassen.
  • Betroffenen beruhigen und trösten.
  • Betroffenen warm halten.
  • Wenden Sie keine Hausmittel an.
 

 

Erste Hilfe bei Hitzeerschöpfung

Hitzeerschöpfung entsteht durch größere körperliche Belastung (Arbeit, Sport) bei Hitze und unzureichender Flüssigkeitszufuhr. Ein Verlust an großen Mengen Flüssigkeit und Mineralien durch Schwitzen führt im Körper zu einer extremen Kreislaufbelastung und unter Umständen zum Kreislaufzusammenbruch.


Symptome

  • Auffallend blasse Haut.
  • Hochgradige Schwäche.
  • Kalte Haut mit Schweiß.
  • Frösteln und Frieren.

 

Maßnahmen

  •  Im Schatten flach lagern.
  • Zudecken zur Wärmeerhaltung.
  • Bei erhaltenem Bewusstsein sofort Flüssigkeit zuführen, am besten Iso-Drinks, Wasser oder Tee.

 

Achtung 

  • Keine alkoholischen Getränke.
  • Sorgen Sie längere Zeit für Körperruhe.
  • Bei Bewusstlosigkeit erforderliche Maßnahmen durchführen und den Rettungsdienst rufen.
 

 

Erste Hilfe bei Hitzschlag

Aufgrund einer Überhitzung des Körpers kommt es zu einem Hitzschlag. Bei körperlicher Anstrengung in feucht-schwüler Umgebung und unzweckmäßiger Kleidung stellt der Körper seine Schweißbildung ein und kann daher nicht mehr genügend Wärme abführen. Die Folge ist ein Wärmestau im Körper.

 

Symptome

  • Hochroter Kopf.
  • Trockene, rote und warme Haut.
  • Schwindel und Bewusstseinstrübung bis zur Bewusstlosigkeit.

 

Maßnahmen

  • Betroffene an einen kühlen Ort bringen.
  • Oberkörper erhöht lagern, Kleidung öffnen.
  • Überhitzten Körper langsam abkühlen, Feuchtigkeit z. B. mit feuchten Tüchern auf die Haut bringen und sie durch Luftfächeln auf dem Körper verdunsten lassen. So wird der Körper auf natürliche Weise gekühlt.
  • Sie können mit kühlen Getränken die Maßnahme zusätzlich unterstützen.

 

Achtung

  • Keine alkoholischen Getränke.
  • Bei Bewusstlosigkeit erforderliche Maßnahmen durchführen und den Rettungsdienst rufen.
 

 

Erste Hilfe bei einem Sonnenstich

Es handelt sich beim Sonnenstich um eine Reizung der Hirnhäute und des Gehirns durch die längere, direkte Einwirkung ultravioletter Strahlung auf den unbedeckten Kopf. Besonders betroffen sind Personen mit Glatze, Kleinkinder und Säuglinge.

 

Symptome

  • Hochroter, heißer Kopf.
  • Haut am Körper normal, regelrechte Temperatur.
  • Schwindel, Kopfschmerzen.
  • Übelkeit, Erbrechen.
  • Nackensteife.
  • Eventuell Bewusstlosigkeit.

 

Maßnahmen

  • Betroffene sofort im Schatten flach lagern.
  • Kopf leicht erhöht lagern und mit feuchten, kalten Tüchern kühlen (z.B. mit feuchten Umschlägen, in ein Tuch gewickelte Sofort-Kältekompressen oder Eisbeutel).
  • Bei Bewusstlosigkeit erforderliche Maßnahmen zur Beatmung durchführen, die stabile Seitenlage anwenden und den Rettungsdienst rufen.

 

Prävention

  • Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern immer auf eine Kopfbeachtung Kopfbedeckung achten.
  • Die Dauer direkter Sonneneinstrahlung reduzieren.
 

 

Erste Hilfe beim Schlaganfall

Die Ursachen für einen Schlaganfall sind ein Verschluss oder ein Riss einer Arterie im Kopf. Zu etwa 80 Prozent liegt ein Stopp der Blutversorgung durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) zugrunde. Um zu testen, ob ein Schlaganfall eingetreten ist, bitten Sie den Betroffenen zu lächeln, beide Arme gleichzeitig nach oben zu heben und einen Satz deutlich zu sprechen. Sollte es hierbei zu Auffälligkeiten z.B. zu einem einseitig verzogenen Lächeln kommen, ist die Chance groß, dass ein Schlaganfall Auslöser ist.


Symptome 

  • Plötzlich auftretende, heftige Kopfschmerzen, steifer Nacken.
  • Übelkeit bzw. Erbrechen.
  • Lähmungen einzelner Gliedmaßen bis zur Halbseitenlähmung.
  • Hängender Mundwinkel.
  • Speichelfluss.
  • Schluckstörungen.
  • Einseitig geschlossenes Lid.
  • Wahrnehmung von Doppelbildern, ein eingeschränktes Gesichtsbild, kurzzeitiges Erblinden.
  • Evtl. Sprachstörungen in Form von Wortfindungsstörungen oder verwaschener Sprache.
  • Schneller Puls.
  • Hoher Blutdruck.

 

Maßnahmen

Ist der Patient ansprechbar:

  • Oberkörper hoch lagern.
  • Abpolsterung der gelähmten Körperstellen.
  • Stabile Seitenlage auf die gelähmte Stelle.
  • Aufregung und Unruhe sind unbedingt zu vermeiden.
  • Wärmeerhaltung durch Zudecken.
  • Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen.
  • Notruf.

 

Bei Bewusstlosigkeit:

  • Stabile Seitenlage.
  • Bei Bewusstlosigkeit und fehlender normaler Atmung Herz-Lungen-Wiederbelebung.
  • Ständige Kontrolle der Vitalfunktionen.
  • Notruf.
 

 

Erste Hilfe bei Epilepsie

Unter Epilepsie versteht man ein hirnbedingtes Anfallsleiden, das zu muskulären Verkrampfungen im ganzen Körper führen kann.

 

Symptome 

  • Angstzustände.
  • Unruhe.
  • Kalter Schweiß.
  • Blass werden.
  • Halluzinationen.
  • Aufschreien (Initialschrei).
  • Plötzliche, tiefe Bewusstlosigkeit.
  • Plötzliches Hinfallen.
  • Streckung der Beine.
  • Beugung der Arme.
  • Muskelkrämpfe.
  • Krämpfe der Atemmuskulatur, dazu Blaufärbung der Haut.

 

Maßnahmen 

  • Den krampfenden Patienten vor allem nicht mit Gewalt festhalten.
  • Muss der Betroffene bewegt werden, dann sollte das am Oberkörper und nicht an den Armen geschehen, weil sonst das Schultergelenk ausgerenkt werden kann.
  • Gefährliche Gegenstände außer Reichweite des Patienten bringen.
  • Den Kopf des Patienten stützen oder festhalten.
  • Den Patienten auf jeden Fall auskrampfen lassen.
  • Unbedingt Ruhe bewahren, unüberlegte Hilfestellungen können zusätzlichen Schaden anrichten.
  • Bei anhaltender Bewusstlosigkeit den Patienten in die stabile Seitenlage bringen.
  • Nach dem Krampfanfall sofortige Überprüfung der Vitalfunktionen.
  • Ständige Betreuung des Patienten.
  • Wärmeerhaltung.
 

 

Erste Hilfe für Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder

Der Stütz- und Bewegungsapparat des menschlichen Körpers wird durch die Knochen, Muskeln, Sehnen und Bänder gebildet. Dabei schützen zusätzlich bestimmte Knochen, wie z. B. die Schädelknochen oder die Knochen des Brustkorbes, lebenswichtige Organe. Durch starke mechanische Einwirkungen kann es bei Gelenken, Weichteilen und Knochen zu Verletzungen kommen.


Symptome 

  • Verletzungen im Bereich der Knochen und Gelenke entstehen meistens durch Gewalteinwirkung, wie sie z. B. bei Stürzen oder starken Belastungen auftreten. Aber auch Knochenkrankheiten, Ermüdungsbrüche nach Überbelastungen und spontane Knochenbrüche treten vereinzelt auf.
  • Im Bereich der Gelenke kommt es in Folge von Gewalteinwirkungen häufig zu Verstauchungen, Verrenkungen, Gelenkbrüchen und Bänderrissen.
  • Bei Knochenbrüchen wird zwischen geschlossenen Brüchen mit unverletzter Haut im Bereich des Bruches und offenen Brüchen mit Wundbereichen unterschieden. Im letzteren Fall sind u.U. die Knochenenden in der Wunde erkennbar.

 

Maßnahmen

Grundsätzliche Regel bei Verdacht auf einen Knochenbruch bzw. eine Gelenkverletzung ist die vorrangige Schonhaltung des Verletzten. Dazu gehören die Ruhigstellung der betroffenen Körperteile und eine möglichst geringe Bewegung durch den Patienten selbst.

 

Weitere Maßnahmen

  • Offene Brüche keimfrei abdecken.
  • Den Bruchbereich mit weichem Material abpolstern.
  • Rettungsdienst rufen.
  • Betreuung des Patienten.
  • Wärmeerhaltung.
  • Gegebenenfalls Maßnahmen zur Schockbekämpfung wobei beim Verletzten in der Schocklage die Beine bei Brüchen im Beinbereich flach gelagert werden.
  • Bei Schwellungen Kühlung der betroffenen Körperpartien.
  • Verletzte Gelenke nicht mehr belasten und ruhig stellen.

 

Achtung: Verrenkte Gelenke dürfen nur von einem Arzt eingerenkt werden.

 

 

Erste Hilfe bei Verätzungen

Falsch beschriftete Flaschen und Unfälle am Arbeitsplatz sind nur einige Ursachen für Verätzungen.

Symptome

 

  •  Rötung der entsprechenden Hautstelle.
  • Blasenbildung.
  • Starke Schmerzen.

 

Maßnahmen

  • Ist das Auge betroffen, muss es bis zur ärztlichen Versorgung, mindestens aber 20 Minuten, ausgespült werden. In Ernstfällen kann eine Verätzung sonst zu Erblindungen führen.
  • Das nicht betroffene Auge sollte geschützt und abgedeckt werden.
  • Rettungsdienst rufen.
  • Verätzungen können auch an der Haut und im Bereich des Mundes, der Speiseröhre und des Magen-Darm-Bereiches auftreten. Download zum Thema Verätzungen
 

 

Erste Hilfe bei Verbrennungen

Die Ursachen für Verbrennungen sind vielfältig. So entstehen Schäden der Haut oder des darunter liegenden Gewebes z. B. durch:

  • Einwirkung von Sonnen- oder Wärmestrahlen.
  • Berührung heißer Gegenstände (z. B. offenes Feuer, Glut, brennende Kleidung).
  • Heiße Flüssigkeiten (z. B. Wasser, Öl, heiße Suppe).
  • Heiße Dämpfe (z. B. Wasserdampf, Gase).
  • Elektrischen Strom oder Blitzschlag.
  • Reibungshitze (z. B. an Seilen).

 

Symptome

  • Starker Schmerz.
  • Rötung der Haut.
  • Blasenbildung.
  • Tiefer gehende Gewebeschädigung, so genannte Brandwunde.

 

Maßnahmen

  • Das Brennen der Kleidung verursacht beim Betroffenen Panik. Oft laufen Betroffene in dieser Angst davon und fachen somit den Brand zusätzlich an.
  • Kleiderbrände sofort löschen.
  • Brennende Person in jedem Fall aufhalten.
  • Mit Wasser übergießen oder in Wasser eintauchen oder in Wolldecken hüllen.
  • Flammen mit Woll- oder Baumwoll-Tüchern ersticken, Betroffenen auf dem Boden wälzen.
  • Den Notruf wählen
  • Verbrannte Körperstellen sollten sofort mit handwarmem Wasser übergossen werden oder maximal 10 Minuten in Wasser eingetaucht werden
  • Brandwunden sollten locker und keimfrei bedeckt werden.
  • Brandblasen sollten nie geöffnet werden und Kleidung, die an der Haut verkrustet ist darf keinesfalls ausgezogen werden.
  • Wenn sich die Brandwunde am Rumpf befindet oder größer als eine DIN A3-Seite ist, sollte sie nicht gekühlt werden.

 

Achtung: Beim Einsatz von Feuerlöschern: Diese nicht auf das Gesicht richten. Entsprechende Hinweise auf dem Feuerlöscher beachten.

 

 

Erste Hilfe bei Vergiftungsunfällen

Die Ursache hierfür liegt in der Aufnahme von Giften in den Körper über Nahrung, Atemwege oder Haut durch:

  • Leichtsinn (z. B. Alkohol).
  • Verwechslung aufgrund mangelnder Kennzeichnung (z. B. Säuren/Laugen in Wasserflaschen).
  • Drogenmissbrauch.
  • Unwissenheit und Neugier bei Kindern.
  • Selbstmordversuche.
  • Vergiftung durch Nahrungsaufnahme.

 

Symptome

Bei einer Vergiftung können die Zeichen für die anfangs unklare Gesundheitsbeeinträchtigung vielfältig sein:

  • Übelkeit / Erbrechen.
  • Atem- und Kreislaufbeschwerden.
  • Durchfall.
  • Schweißausbrüche.
  • Schwindel.
  • Krämpfe.
  • Bewusstseins-Eintrübung bis Bewusstlosigkeit mit Atem- Kreislaufstillstand.

 

Maßnahmen

Grundsätzlich erfolgt die Erste Hilfe in diesem Fall entsprechend der grundsätzlichen Maßnahmen. Besonders bei Austritt von Gasen oder Kontaktgiften ist es von größter Wichtigkeit, den Eigenschutz zu beachten.

  • Überprüfung von Bewusstsein, Atmung und Kreislauf.
  • Falls notwendig, führen Sie die lebensrettenden Sofortmaßnahmen durch.
  • Bei Bewusstsein den Patienten ansprechen und beruhigen.
  • Den Betroffenen zudecken.
  • Besonders bei Kindern solange geduldig nachfragen, bis Sie die Ursache der Vergiftung erschließen können.
  • Rettungsdienst rufen. Wählen Sie dafür entweder den Notruf 112 oder den Giftnotruf ihrer Region (eine ausführliche Liste ist unter http://www.giz-nord.de/cms/index.php/giftnotrufliste-lang.html zu finden).
  • Hilfestellung beim Erbrechen geben, jedoch kein Erbrechen herbeiführen.
  • Erbrochenes oder Giftrückstände für den Rettungsdienst sicherstellen.
  • Dem Betroffenen nichts zu trinken geben (besonders KEINE Milch!).

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie über den Download Vergiftungen.

 

 

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