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Aufrechte Haltung
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Aktiver Bewegungsapparat
Der aktive Bewegungsapparat umfasst die gesamte Skelettmuskulatur, die durch Kontraktion die
Knochen in den Gelenken bewegen kann. Wegen ihres mikroskopischen Aufbaus wird die
Skelettmuskulatur auch als quergestreifte oder willkürliche Muskulatur bezeichnet. Er macht
deutlich, dass der Mensch die Bewegungen dieser Muskeln bewusst durch seinen Willen steuern kann.
So funktionieren die Muskeln
- Die Verbindung vom Muskel zum Knochen erfolgt häufig durch Sehnen wie der Achillessehne, die
zur Reibungsverminderung in Sehnenscheiden im Bereich des Unterarmes verlaufen.
- An Stellen besonderer Druckbelastung auf Sehnen oder Muskeln können zum Schutz des Gewebes
Schleimbeutel eingelagert sein. Schleimbeutel, die häufig Beschwerden verursachen, finden
sich im Bereich der Kniescheibe und des Ellenbogens.
- Ein Muskel vollbringt seine Arbeit, indem er sich zusammenzieht (kontrahiert). Durch
Erschlaffung (Relaxation) kehrt der Muskel in den Ursprungszustand zurück, wobei er aber keine
Arbeit verrichtet.
- Um die vom Muskel durchgeführte Bewegung rückgängig zu machen, muss ein entgegengesetzt
wirkender Muskel arbeiten, sofern dies nicht durch die Schwerkraft geschieht (z. B. durch
Fallenlassen eines gehobenen Armes).
- Zur Muskelarbeit ist Energie erforderlich. Der Hauptenergielieferant des Muskels ist Glykogen, das die Speicherform von Glukose (Traubenzucker) darstellt.
Passiver Bewegungsapparat: So funktioniert er
Der passive Bewegungsapparat besteht aus den Knochen des Skeletts, Knorpelanteilen und Bändern. Die Knochen und Knorpel geben dem Körper seine Form, dienen den Muskeln als Ansatzpunkte und bilden den Rahmen für die Körperhöhlen, in denen geschützt die Eingeweide liegen. Gelenke verbinden die Knochen beweglich miteinander.
Das Skelett lässt sich in folgende Abschnitte gliedern: Schädel, Rumpfskelett mit Wirbelsäule, Rippen und Brustbein, obere Gliedmaßen mit Schultergürtel, untere Gliedmaßen mit Beckengürtel.
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Schädel
Im Schädel liegen Gehirn, Sinnesorgane und die Anfangsstrecken des Atem- und des Speiseweges. Man unterscheidet den Hirnschädel und den Gesichtsschädel. Der Hirnschädel beherbergt und schützt das Gehirn. Die oberen Knochen des Hirnschädels bilden das Schädeldach, die unteren die Schädelbasis.
Der Gesichtsschädel bildet die knöchernen Umrahmungen für Augen, Mund und Nasenhöhle. Der
paarige Oberkiefer bildet die knöcherne Begrenzung des Nasenganges. In ihm befinden sich die
beidseits neben der Nase gelegenen Kieferhöhlen.
Der Unterkiefer bildet mit dem Oberkiefer das Gebiß. Die Beweglichkeit des Unterkiefers ist
durch das Kiefergelenk gewährleistet.
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Rumpf und Wirbelsäule
Der Rumpf hat mit der Wirbelsäule eine stützende, verbindende und gleichzeitig bewegliche Achse, an der die Rippen sowie der Schulter- und Beckengürtel befestigt sind. Die Wirbelsäule besteht aus einzelnen, meist beweglich miteinander verbundenen Wirbeln. Die S-Form der Wirbelsäule ist durch den aufrechten Gang bedingt. Der einzelne Wirbel besteht im vorderen Anteil aus dem Wirbelkörper und im hinteren Anteil aus zwei miteinander verbundenen Wirbelbögen. Zum Rücken hin bilden die Bögen der einzelnen Wirbel einen Kanal, in dessen Innerem das empfindliche Rückenmark gut geschützt vom Gehirn bis zum Steißbein zieht.
Auf der Wirbelsäule ruht der Kopf, der durch die besondere Gestaltung der oberen beiden Wirbel eine große Beweglichkeit gegenüber dem Rumpf hat.
Im Brustbereich bilden die zwölf gelenkig mit den Wirbeln verbundenen Rippen zusammen mit dem Brustbein den Brustkorb. Zum Einatmen kann der Brustkorb angehoben, zum Ausatmen gesenkt werden. In den Lücken zwischen den Rippen befindet sich die Zwischenrippenmuskulatur.
Die Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiben) liegen zwischen den Wirbelkörpern. Sie geben der Wirbelsäule ihre Beweglichkeit und dämpfen dabei durch ihre Elastizität Stöße ab. Im Innern enthalten die Zwischenwirbelscheiben einen weichen Gallertkern (Nukleus), der wie ein Wasserkissen wirkt. Dieser Kern wird von einem Faserring umgeben, damit er bei Druckbelastung nicht zur Seite entweicht.
Fehlbelastungen oder altersbedingte Veränderungen können den Faserring soweit schwächen, dass der Gallertkern bei Druckbelastung nicht mehr wie ein Kissen wirkt, sondern eine Beule bildet, die auf das Rückenmark drückt. Das Ergebnis ist ein schmerzhafter Bandscheibenvorfall.
- Obere und untere Gliedmaßen
Die oberen und unteren Gliedmaßen (Extremitäten) sind über den Schulter- bzw. Beckengürtel mit
dem Rumpf verbunden.
Die oberen Gliedmaßen dienen vor allem als Tast- und Greifwerkzeuge. Sie sind über den
Schultergürtel mit dem Brustkorb und der Wirbelsäule verbunden. Die flachen, dem Brustkorb hinten
aufliegenden Schulterblätter und die vor dem Brustkorb verlaufenden Schlüsselbeine mit ihrer
Gelenkverbindung zum Brustbein sichern die gut bewegliche Abstützung der oberen Gliedmaße am Rumpf.
Das Schultergelenk wird von einer flachen Gelenkpfanne im Schulterblatt und dem runden
Gelenkkopf des Oberarmknochens gebildet. Aufgrund der großen Beweglichkeit des Schultergelenkes
kann es in diesem Bereich leichter als in anderen Gelenken zu Verrenkungen kommen.
Jede obere Extremität besteht aus mehr als 24 Knochen. Hier unterscheidet man Oberarm mit dem
Oberarmknochen, Unterarm mit Elle und Speiche und die Hand mit den Handwurzel-, Mittelhand- und
Fingerknochen. Die beweglichen Verbindungen sind das Ellenbogengelenk und das Handgelenk.
Die unteren Gliedmaßen dienen der Stütze und Fortbewegung. Der starre Beckengürtel ist dabei
stabil mit der Wirbelsäule verbunden und gewährleistet dadurch eine aufrechte Haltung und einen
sicheren Stand.
Wie bei der oberen lassen sich bei der unteren Extremität drei Abschnitte unterscheiden:
Oberschenkel, Unterschenkel und Fuß. Das Hüftgelenk bildet die Basis für die Bewegung des Beines.
Im Gegensatz zum Schultergelenk, das durch Muskelführung gesichert ist, hat es eine Knochenführung.
Eine kräftige Kapsel und starre Bänder sichern das Gelenk zusätzlich und verleihen ihm eine hohe
Festigkeit.
Der Oberschenkel besteht aus dem Oberschenkelknochen, der Unterschenkel aus dem Schien- und
Wadenbein. Die bewegliche Verbindung ist das Kniegelenk. Über dem Kniegelenk liegt die Kniescheibe,
ein Knochengebilde, dass in eine lange Sehne eingelagert ist. Der Fuß besteht aus der Fußwurzel mit
sieben Fußwurzelknochen, dem Mittelfuß mit den fünf Mittelfußknochen und den fünf Zehen, bei denen
die Großzehe zwei, die übrigen Zehen jeweils drei Knochen enthalten.
- Knochenverbindung
Die bewegliche Verbindung zweier Knochen nennt man Gelenk. Die Gelenkflächen sind zur Erhöhung der Gleitfähigkeit mit Knorpel überzogen und bilden einen Gelenkkopf, der in einer Gelenkpfanne eingebettet ist.
Die Gelenkkapsel, die in die Knochenhaut übergeht, verbindet die durch den Gelenkspalt getrennten Knochen. Die innere Kapselschicht sondert die Gelenkflüssigkeit ab, die für die Gleitfähigkeit der Gelenkflächen sorgt. Die faserige äußere Kapselschicht verleiht dem Gelenk Halt.
Gelenkbänder sind der Kapsel aufgelagert und bestimmen zusammen mit der Form der Gelenkenden und der Muskulatur die Gelenkbeweglichkeit.
Hätten Sie gedacht...
"Das ist kein Übergewicht, sondern nur mein schwerer Knochenbau", hört man häufig solche Leute sagen, bei denen die Waage zuviele Kilogramm anzeigt. Geht man jedoch davon aus, dass bei einem Normgewicht von 70 kg, die durchschnittliche Knochenmasse etwa 7 kg beträgt, hätte jemand mit 14 kg Übergewicht ein 3 mal so großes Skelett wie eine Vergleichsperson. Über diese Ausrede kann man also nur lachen und dabei ca. 15 Muskeln bewegen oder die Stirne runzeln und ca. 43 Muskeln betätigen.

