Verdauungssystem |
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Das Verdauungssystem
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Zähne
"Haben Sie schöne Zähne!" - Wer von uns hört dieses Kompliment nicht gerne! Daran wird deutlich, dass unsere Zähne weit mehr sind, als nur ein Kauorgan. Gepflegte Zähne stehen auch in hohem Maße für Attraktivität, Vitalität und Erfolg. Wahrscheinlich sind die Zähne auch deshalb von so großer Bedeutung, weil sie das Tor zum Körper bilden und in enger Verbindung zum gesamten Organismus stehen.
Die Hauptaufgabe der Zähne ist das Erfassen und Zerkleinern der Nahrung. Durch
intensives Kauen wird die Nahrung bereits im Mund vorverdaut und für den weiteren Verdauungsvorgang
aufbereitet.
Mundhöhle und Speiseröhre
In der Mundhöhle erfolgt die mechanische Zerkleinerung der Nahrung durch den Kauvorgang und ihre Verflüssigung mit Hilfe des Speichels. Während des Kauvorganges beginnt auch schon die chemische Aufspaltung von Stärke.
Der im Mund entstandene Nahrungsbrei gelangt über den Schluckvorgang in den Rachen und weiter in die ca. 25 cm lange Speiseröhre, die hinter der Luftröhre und dem Herzen vorbei durch eine Öffnung des Zwerchfells in die Bauchhöhle zum Magen führt.
Die Speiseröhre ist ein muskulärer Schlauch, der den Nahrungsbrei aktiv, d.h.
durch Muskelkontraktionen transportiert. Diese Konstruktion ermöglicht uns, Nahrung auch auf dem
Kopf stehend zu uns zu nehmen.
Magen
Im Magen wird die Nahrung weiter verflüssigt. Der vom Magen sezernierte Magensaft enthält Enzyme und Salzsäure. Hier beginnt die Verdauung, d.h. die Zersetzung von Eiweiß. Die Salzsäure dient zusätzlich der Abtötung von mit der Nahrung aufgenommenen Keimen. Die durchschnittliche Tagesproduktion an Magensaft beträgt ca. 1 bis 2 Liter.
Der Magen liegt im linken Oberbauch direkt unter dem Zwerchfell. Er ist mit einer Magenschleimhaut ausgekleidet, die viele Falten aufweist, die in Längsrichtung zum Magenausgang führen.
Der Magenpförtner (Pylorus) bildet den Magenverschluß zum Dünndarm in Form eines dicken Ringmuskels. Er entläßt den Mageninhalt portionsweise in den anschließenden Zwölffingerdarm.
Der Magen hat beim Erwachsenen ein Fassungsvermögen von 1600 bis 2400 ml. Die
durchschnittliche Verweildauer der Speisen im Magen beträgt 2 bis 4 Stunden. Kohlenhydratreiche
Nahrung verläßt den Magen früher als eiweißreiche Nahrung. Fetthaltige Kost liegt am längsten im
Magen.
Darm
Es wird zwischen Dünndarm und Dickdarm unterschieden.
- Dünndarm
Im Dünndarm erfolgt die weitere enzymatische Aufspaltung der Nahrungsbestandteile und ihre Resorption in die Blut- und Lymphgefäße. Die zur enzymatischen Aufspaltung insbesondere der Fette und Eiweiße notwendigen Enzyme werden jedoch nicht in der Schleimhaut des Dünndarms gebildet, sondern stammen überwiegend aus der Bauchspeicheldrüse.
Der Gang über den die Bauchspeicheldrüsenenzyme transportiert werden, mündet zusammen mit dem Gallengang in den als Zwölffingerdarm (Duodenum) bezeichneten Teil des Dünndarms. Auch die Gallenflüssigkeit hat verdauungsfördernde Funktionen.
- Dickdarm
Der Dickdarm bildet den letzten Abschnitt des Verdauungstraktes. Es umgibt das Dünndarmpaket girlandenförmig und endet mit dem After. Im Dickdarm werden die im Verdauungstrakt verbliebenen unverdaulichen Nahrungsreste durch Wasserentzug eingedickt und anschließend als Kot ausgeschieden. Der Dickdarm wird von zahlreichen Bakterien besiedelt, die zusammenfassend als Darmflora bezeichnet werden. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil einer gesunden Verdauung, da sie die für den menschlichen Organismus unverdaulichen Nahrungsbestandteile wie beispielsweise Zellulose zersetzen können.
Eine Störung der Darmflora, wie sie beispielsweise nach unnötiger oder unkontrollierter Einnahme von Antibiotika vorkommt, macht krank.
Leber und Galle
Die im Umriss dreieckige, etwa 1,5 kg schwere Leber liegt im rechten Oberbauch unterhalb des Zwerchfells. Sie stellt die größte Anhangsdrüse des Darmes dar, und hat folgende Aufgaben:
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Drüsenfunktion:
Bildung von ca. 1 Liter Gallenflüssigkeit täglich für die Fettverdauung. -
Stoffwechselfunktion:
Aufbau, Speicherung und Abbau von Glykogen, Abbau von körpereigenem Eiweiß, Aufbau von Fettverbindungen, Abbau von Eiweiß zu Harnstoff, Abbau von Nukleinsäuren zu Harnsäure, Entgiftung z. B. für Alkohol und viele Medikamente -
Funktion für das Blut:
Blutabbau, Eisenspeicherung, Bildung von Gerinnungsfaktoren -
Gallengänge und Gallenblase
Die von der Leber ständig produzierte Galle gelangt über den Leber- und Gallenblasengang in den Dünndarm. Über den Gallenblasengang gelangt die Galle in die Gallenblase, die unter der Leber liegt. Dort wird sie gesammelt und eingedickt.
Fettreiche Nahrung kann eine Kontraktion der Gallenblase auslösen, wodurch die Gallenflüssigkeit
in den Zwölffingerdarm gepreßt wird.
Bauchspeicheldrüse
Die etwa 70 - 90 g schwere Bauchspeicheldrüse erstreckt sich an der hinteren Bauchwand in einer Länge von 15 - 20 cm quer zum Zwölffingerdarm (Duodenum) bis zur Milz. Aufgaben der Bauchspeicheldrüse
Verdauungsfunktion:
Die Bauchspeicheldrüse bildet täglich 1 - 1,5 Liter Bauchspeichelflüssigkeit mit wichtigen
Enzymen für die Verdauung im Dünndarm. Die Enzyme werden im exokrinen Drüsenteil produziert und dem
Zwölffingerdarm über den Bauchspeicheldrüsengang zugeführt.
Hormonbildung:
In das Grundgewebe der Bauchspeicheldrüse sind Gewebegruppen inselartig eingestreut, die
Langerhans'schen Inseln. In ihnen werden die Hormone Insulin und Glukagon gebildet, die den
Blutzuckerspiegel regulieren, indem sie u.a. die Leber anregen Kohlenhydrate (Glykogen) auf- oder
abzubauen.
Hätten Sie gedacht...
Darmgase sind oft ein peinliches Malheur. Daher ein paar Zahlen, die Ihnen über peinliche Situationen hinweg helfen können: Jeder Erwachsene gibt, eine durchschnittliche, gesunde Ernährung vorausgesetzt, jeden Tag 600 ml Darmgase frei. Davon sind 99% geruchslos und 1% unangenehm riechend. Geruchsstarke Gase sind Methylwasserstoff oder Schwefelwasserstoff.